Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
Streuwiesenaktion in Zusammenarbeit mit dem
Bund Naturschutz

Ein Wandertag für den Landschaftsschutz

Elftklässler des Gymnasiums engagieren sich in der Streuwiesenpflege

Der erste Wandertag im Schuljahr 2003/04 führte die Klasse 11 b des Gymnasiums Dinkelsbühl zu einer idyllisch gelegenen Streuwiese im Mauchtal bei Rühlingstetten direkt an der Grenze des Landkreises. Dort erwarteten sie drei Mitglieder des Bund Naturschutz, um mit ihnen gemeinsam das reichlich vorhandene, bereits gemähte Gras abzuräumen.

Doch bevor die eigentliche Arbeit losging, informierte der stellvertretende Vorsitzende der Ortsgruppe Dinkelsbühl Klaus Eberhardt die Schülerinnen und Schüler über Sinn und Zweck solcher Einsätze. Die Kreisgruppe des BN betreut inzwischen rund 220 ha solcher Feuchtflächen. Auf ihnen wachsen vor allem Sauergräser wie Binsen und Seggen. Das Vieh zeigt für diese Art Futter wenig Vorliebe, so dass das Mähgut früher hauptsächlich als Einstreu für die Ställe Verwendung fand. Zudem verhinderte der feuchte Untergrund den Einsatz schwerer Maschinen. Dies führte dazu, dass viele dieser schwer zu bearbeitenden und unrentablen Streuwiesen inzwischen drainiert und in Ackerflächen umgewandelt worden sind. Die noch existierenden Areale müssen ebenfalls ein Mal im Jahr gemäht werden, damit seltene Pflanzen wie verschiedene Orchideenarten oder die Trollblume nicht überwuchert werden. Gleichzeitig sind diese freien Flächen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Insekten, Spinnen und Amphibien.

Nach dieser allgemeinen Einführung demonstrierte Herr Eberhardt noch den wirkungsvollen und gefahrlosen Einsatz der Heugabeln, mit denen sich inzwischen alle 23 Schüler ausgerüstet hatten. Danach begannen die Jugendlichen mit Feuereifer den Traktoranhänger zu beladen.. Auch wenn langsam aber sicher die Arbeitsgeschwindigkeit der Schüler nachließ, war es für die meisten von ihnen doch ein Riesenspaß, zusammen in der Klasse diese für sie ungewohnte Arbeit zu erledigen. Dazu entwickelten manche neue Techniken. Damit nicht jeder sein kleines Häufchen Heu - natürlich ohne es dabei zu verlieren - über eine doch beträchtliche Laufstrecke zum Wagen bringen musste, wurden vorher angehäufte riesige Heuberge von vielen gemeinsam zum Wagen getragen. Die beiden Profis des BN auf dem Wagen hatten so fast zwei Stunden ununterbrochen zu tun, das ständig hoch-geworfene Grünzeug auf dem Wagen gleichmäßig zu verteilen und zu festigen. Zum Schluss hatten sie einen hochbeladenen und überbreiten Anhänger abzufahren.

Der Lohn der schweißtreibenden Arbeit war dann eine vom BN spendierte wohlverdiente Brotzeit aus Wurst- und Käsesemmeln, zusammen mit Mineralwasser und Apfelsaft von einheimischen Streuobstwiesen, bis es dann nach einer Verdauungspause wieder auf den Rückweg ging.

Die Idee zu dieser Zusammenarbeit einer Schulklasse mit dem BN entsprang einem schon länger zurück liegenden Treffen der Ortsgruppe Dinkelsbühl, als wieder einmal darüber gesprochen worden war, dass trotz zahlreicher Mitglieder nur wenige an solchen Arbeitseinsätzen teilnehmen. Daraufhin fühlte Gerhard Krenig, Biologielehrer am Gymnasium, bei einigen Klassen vor, wie groß die Bereitschaft für solch eine Unternehmung wäre. Zu seiner Überraschung war jede angesprochene Klasse bereit, es am nächsten Wandertag einmal zu versuchen! Nachdem er im neu beginnenden Schuljahr Klassleiter einer dieser Klassen, eben der 11 b geworden ist, kam also diese Aktion in Absprache mit der Kreisgruppe in Ansbach problemlos zustande.

Dieser Tag ist neben anderen Projekten wieder ein schönen Beispiel dafür, wie im Rahmen des BLK-Modellversuchs "Bildung für eine nachhaltige Entwicklung" sich immer mehr Schüler unseres Gymnasiums zusammen mit außerschulischen Vereinen und Einrichtungen für die Belange des Natur- und Umweltschutzes einsetzen. Es ist zu wünschen, dass auch eine solche Aktivität in Zukunft einen festen Platz im Jahresterminkalender dieser Schule erhalten wird.

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