Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

„Regional und saisonal“

Ernährungsprojekte in den 10. Klassen

Nachdem schon im Schuljahr 2001/02 durch die damalige 10a mit großen Erfolg ein Pausenbüfett angeboten wurde (100.- € konnten gespendet werden!), wollten im folgenden Jahr die Klassen 10 b und 10 c nicht nachstehen und entschieden sich ebenfalls für ein solches Projekt. Grundlage waren die Inhalte der Lernziele „Nahrungsbestandteile und ihre Aufgaben, Grundsätze der gesunden Ernährung“, ergänzt durch zusätzliche Aspekte und Aktivitäten:

Im Unterricht wurden neben dem biochemischen Fachwissen und den Grundregeln der gesunden Ernährung, die Essgewohnheiten, das Konsumverhalten des Einzelnen hinterfragt, seine möglichen Auswirkungen auf die Umwelt besprochen und über Lebensmittelqualität diskutiert und die Preise verglichen. Ergänzend wurden in Schülerübungen Nachweisreaktionen für die verschiedenen Nährstoffe und Mineralien an geeigneten Lebensmitteln von den Klassen durchgeführt. 

Zusätzlich konzentrierten wir uns im zweiten Jahr neben der Vorbereitung der Büfetts auf die arbeitsteilige Gestaltung einer Ausstellung in der Aula der Schule. Als Thema der Ausstellung und für die Angebote der Büfetts. entschieden wir uns für „Regional und saisonal“. Dazu entwarfen und gestalteten Arbeitsgruppen der 10 b als „Naturwissenschaftler“ Schautafeln mit biologischen und chemischen Informationen zu Nährstoffen, Mineralien, Vitaminen, Kalorien und Essgewohnheiten.

Teams der 10 c übernahmen die Aufgabe, Adressen regionaler Direktvermarkter und Biobauern herausfinden (über Internet, BN, Familie + Bekannte usw.) Kontakte zu knüpfen und um Informationsmaterial über ihre Arbeit und Angebote bitten. So kam genügend Anschauungsmaterial für Gestaltung von Schaukästen zusammen.

Diese ca. 14-tägigen Ausstellungen ergänzten vorteilhaft die beiden Büfett-Angebote, sie konnte auch am Abend unserer„Schulhofserenade“ von vielen Eltern besucht werden.

In beiden Klassen wurden Ideen für die anzubietenden Pausensnacks gesammelt. Es war dabei zu berücksichtigen, dass die Zubereitung in den Klassenzimmern stattfinden sollte. Sie sollten daher möglichst einfach herzustellen sein. Auch sollten möglichst viele Produkte von Direktvermarktern und der lokalen Molkerei, bzw. das jahreszeitliche Angebot eingeplant werden. So kam ein sehr variable Angebot zustande: von Broten mit Möhrenaufstrich oder Radieschenquark, Käse- und Eierbroten, Käsespießen.

 Knusper-Obst-Jogurt, verschiedenen Salaten bis hin zu Vollkornwaffeln, Fruchtspießen, Erdbeer-Sahne-Pfannkuchen und „Grünspecht“-Apfelsaft (von heimischen Streuobstwiesen!). Alles wurde dann einheitlich für 50 Cents verkauft.

An den entsprechenden Tagen hatten die Klassen keinen Unterricht, sie standen ab 8 Uhr in den Klassenzimmern und waren intensiv mit Schnippeln, Schneiden, Dekorieren, Aufbauen usw. beschäftigt. Alles musste selbst gemacht werden, keine Mutti konnte helfen. Das war wirklich wichtig, den einzelne Schüler (männlich!) lernten an diesem Tag endlich, wie eine Paprika geputzt wird oder eine Zwiebel rasch geschält werden kann!

Daneben mussten noch in der Aula die Tische für den Verkauf aufgebaut werden. Trotz der manchmal spürbaren Hektik waren von den Teams bis zur ersten Pause waren tatsächlich genügend Portionen vorbereitet, um die hungrige Schülerschar ausreichend versorgen zu können.

Nach dem ersten Ansturm hatte es sich wieder gezeigt, dass die Nachfrage bei weiten größer als erwartet und kalkuliert war. Das war zwar erfreulich und eine starke Motivation für die nächste Arbeitsschicht, aber manche Snacks waren jetzt schon ausverkauft. Daher musste der betreuende Lehrer möglichst schnell für neuen Nachschub sorgen. Nach der zweiten Pause waren beide Büfetts fast restlos geplündert und es blieb nur noch das unbeliebte Saubermachen und Aufräumen.

Beide Klassen verkauften an je einem Tag in den beiden Pausen bei ca. 650 Schülern rund 800 Portionen und erwirtschafteten Gewinne nach Abzug der Ausgaben von 150 – 180.-- €. Davon wurden wieder 130, bzw. 140 € gespendet (an: SOS-Kinderdörfer, Bund Naturschutz. Les Marguerites (Kriegskindernothilfe)), der Rest verblieb als wohlverdiente Anerkennung in der Klassenkasse.

Fazit: viel Arbeit, viel Spaß, viel Anerkennung und Geld für gute Zwecke!
Eine Wiederholung folgt (hoffentlich)!

Nachhaltigkeit   Aktivitäten