Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
Kollegeninformation

Vortrag von Gerhard Krenig
am
Pädagogischen Tag

EINFÜHRUNG IN DEN MODELLVERSUCH: Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

Mit diesem Schuljahr startete dieser bundesweite, schulübergreifende 5-jährige Modellversuch, an dem in Bayern 11 Schulen: 3 Grund- + Haupt-, 4 Realschulen und 4 Gymnasien teilnehmen.

"Education for/on sustainable development" also Bildung für nachhaltige Entwicklung hat ihr Fundament in der Agenda 21. Mit Agenda 21 (lat: agere = etwas vorantreiben) wird das offizielle Abschlussdokument zum Thema "Umwelt und Entwicklung" der Konferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro von 1992 bezeichnet, das von 179 Staaten unterzeichnet wurde.

Eine Umfrage hat ergeben, dass nur 15 % der Deutschen den Begriff Nachhaltigkeit kennen und nur 4 % in erklären können. Eigene Nachfragen in verschiedenen Klassen bestä-tigen dieses Ergebnis. Es gibt viele šbersetzungsversuche des engl. Adjektivs "sustainable": dauerhaft, nachhaltig, nachhaltig + umweltgerecht, dauerhaft-umweltgerecht oder auch zukunftsfähig bzw. -beständig. Am häufigsten wird "nachhaltig" gebraucht. Dieser Begriff hat in Deutschland Tradition: als "nachhaltig" bezeichnen die Forstwirte jede Art der Waldbewirtschaftung, bei der langfristig nicht mehr Holz geschlagen wird als nachwächst.

FOLIE (Agenda-Bereiche)

Neu im Agenda-Prozess ist der ganzheitliche Ansatz, so werden die Bereiche Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit zusammen betrachtet. Man geht davon aus, dass es keinen Grundwiderspruch zwischen ihnen gibt, sondern dass eine Entwicklung nur gelingen kann, wenn alle drei Bereiche zusammen arbeiten und sich ergänzen.

FOLIE (Haitzinger)

Dadurch sollen die Lebenschancen und -qualitäten der zurzeit auf der Erde lebenden Menschen und die der zukünftigen Generationen gesichert bzw. verbessert werden.

Dazu sind folgende Regeln zu beachten:

Die Nutzung erneuerbarer Naturgüter darf auf Dauer nicht größer sein als ihre Regenerationsrate. Nicht erneuerbare Naturgüter dürfen auf Dauer nicht schneller verbraucht werden als sie durch dauerhafte, erneuerbare Ressourcen wie Wind und Sonne ersetzt werden können. Die Freisetzung von Stoffen, Wärme und Strahlung darf auf Dauer nicht größer sein als die Anpassungsfähigkeit der natürlichen Umwelt. Waldsterben und Klimakatastrophe zeigen die Folgen falschen Handelns.

Im Abschlussdokument der Konferenz von Rio wird der Schulbildung eine entscheidende Aufgabe bei der Umsetzung der Agenda 21 zugewiesen. Denn Schulbildung erreicht jeden. Die Schule übernimmt deshalb bei der Vermittlung von Einsichten, Wertvorstellungen und Handlungsbereitschaft eine führende Rolle in der breiten Umweltbildung. Die Schüler von heute sind die Entscheidungsträger von morgen. Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung der Rückkopplung der Kinder und Jugendlichen auf das Elternhaus.

Der Modellversuch setzt primär bei der Umwelterziehung an. Die Ergebnisse der Umweltbewusstseinsforschung zeigen, dass es keinen oder doch nur einen sehr kleinen Zusammenhang zwischen dem Umweltwissen, dem Umweltbewusstsein und dem Umweltverhalten gibt. Diese Kluft zwischen Wissen und Handeln muss durch eine geeignete Umwelterziehung verkleinert werden. Die Lernmotivation steigt besonders dann, wenn ein wahrgenommener Kompetenzzuwachs. auch persönlich als wichtig eingestuft wird. Schulen müssen daher praxisnah zum Tätigkeitsfeld für aktives ökologisches Lernen werden, sie werden selbst zum Unterrichtsgegenstand. Die Schule ist ein Betrieb, in dem Ressourcen verbraucht werden und auch Abfälle und Emissionen entstehen. Es gilt den Schülern zu vermitteln, dass auch Schulen zu einer deutlichen Entlastung der Umwelt beitragen können. Sie sollen selbstständig Verbesserungsvorschläge machen und die Möglichkeit bekommen, diese auch eigenständig umzusetzen. Das kann an geeigneten Unterrichtsthemen, in AKs und in Form langfristiger fächerübergreifender Projekte geschehen. Die Lehrer sind dabei Berater und Koordinatoren und geben Hilfestellungen.

Die dabei entwickelte Eigeninitiative, Eigentätigkeit und Eigenverantwortung von Schülern prägt ihr nachhaltiges Umweltbewusstsein. Das Ziel ist, bei den Schülern durch Beschäftigung mit ihrer direkten und erlebbaren Umgebung dauerhaft eine Sensibilisierung, die Übernahme von Verantwortung und damit positive Verhaltensänderungen zunächst im Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen zu erreichen. Diese Umwelterziehung soll dann langfristig auch günstige Auswirkungen auf andere Lebensbereiche z.B. im Sozialverhalten haben. Schüler sollen sich für die Folgen ihres Verhaltens verantwortlich fühlen und daher umwelt- und sozialverträglich handeln.

FOLIE (Ziele der Schule)

Daher sollen sich möglichst viele Schüler in irgend einer Form an der praktischen Umsetzung beteiligen, dies führt letztendlich auch zu einem aktiven und kreativen Teamgeist und zu einem verstärkten Gemeinschaftsgefühl.

Für all dies ist die Zusammenarbeit mit dem Landkreis als Sachaufwandsträger, der Gemeinde, anderen Schulen und mit den AKs der Lokalen Agenda 21 gewünscht und geplant, zum Teil findet sie hier schon statt.

Nach den 5 Jahren sollen die positiven Ergebnisse des Versuchs flächendeckend von allen Schulen übernommen und umgesetzt werden. Wir haben als Modellschule die Chance, an den Zielen und Inhalten dieser neuen Umwelterziehung mitzuwirken und sie zu gestalten.

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