I. DIE AUSSTELLUNG
1 AnregungenPositiv:
Negativ :
2 Eindruck
3 Ein Gang durch die Ausstellung
a) Einführungsfilm : Faszination & GewaltZu Beginn der Ausstellung wird es dem Besucher durch einen kurzen Einstiegsfilm ermöglicht, einen Überblick über die Ereignisse im 3. Reich auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände zu gewinnen. Hierbei starten Jugendliche mit ihren Skateboards eine Zeitreise von der Gegenwart in die Vergangenheit, bei der der Zuschauer einen Eindruck von den Schauplätzen der Faszination und Gewalt des Hitler-Regimes erhält, wie z.B. Hitlers Rede 1936 auf dem Zeppelinfeld. Es folgen Kriegsszenen, der Einmarsch in Paris, Bombenangriffe bis zur Sprengung des Hakenkreuzes auf der Zeppelintribüne. Heute dient das Reichsparteitagsgelände zur Erholung und als beliebtes Ziel für Sonntagsausflüge. b) Absolute Führergewalt, Führerkult & FührermythosNach dem Tod Hindenburgs am 2. August 1934 übernahm Hitler das Amt des Reichspräsidenten. Somit hatte er die drei höchsten Funktionen des 3. Reiches inne: Er war Reichskanzler, Führer der Staatspartei und nun eben auch Reichspräsident. Er legitimierte seine herausgehobene Stellung und unbegrenzte Machtfülle nicht mit verfassungsmäßigen und gesetzlichen Normen, sondern stützte sich auf den Mythos, der ihn umgab, und auf die Akklamation der Massen. Eine Absicherung verschaffte sich der „Führer“ durch bspw. den Treueid der Reichswehr: „Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler, dem Oberbefehlshabenden der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“ Der Kult um Hitler war die Form, in der sich der Hitler-Mythos in der deutschen Gesellschaft verwirklichte. Damit wurde der Kult um seine Person immer wieder aufgeladen. Propagandaämter von Partei und Staat stellten Hitler mit seinem Absolutheitsanspruch ins Zentrum der Öffentlichkeit. Dies bot den Nährboden für seine Verehrung als eine Art Gottheit oder Popstar, der sich seinen Anhängern näherte und sogar Autogramme gab. So erfüllte der Hitlerkult die ganze öffentliche und private Sphäre. Kaum einer konnte sich deshalb der Verführungskraft des Hitlermythos auf Dauer entziehen. Seit dem Anfang der NSDAP war A. Hitler vom "Trommler" zum Führer des Nationalsozialismus aufgestiegen. Er wurde von Millionen von Menschen inbrünstig verehrt. Ein Mythos, hinter dem sich der Mensch Hitler zunehmend verflüchtigte, machte ihn zum Helden von Volk und Nation. Er entfernte sich von seiner Menschlichkeit und avancierte zum von der Vorsehung auserwählten Retter. Er wird als größter Deutscher, größter Staatsmann und größter Feldherr bezeichnet, also als einzigartiges Genie. Hitler präsentierte sich als Held, der jeder Aufgabe gewachsen war und als unfehlbar galt. Hitler begeisterte v.a. durch seine für die damalige Zeit überwältigende Rhetorik die Menschenmassen. c) Geschichte des ReichsparteitagsgeländesEin Film informiert über die Bauten auf dem Reichsparteitagsgelände. Das Zeppelinfeld wurde von 1933 bis 1937 von dem Architekten Albert Speer als Symbol der ständigen Präsenz der NS-Macht konzipiert. Die Zeppelintribüne ist nach dem Vorbild des Pergamonaltars gebaut. Sie ist der einzige fertig gestellte Bau auf dem Gelände. Weitere Gebäude sind:
Die Kongresshalle war nur für Versammlungen der NSDAP gedacht. Der im September 1935 begonnene Monumentalbau wurde nie vollendet, blieb aber als Torso das größte erhaltene Bauwerk des Nationalsozialismus. Das Marsfeld (700m x 900m) sollte militärischen Vorführungen der Wehrmacht dienen, wurde aber nie fertig gestellt. Eine monumentale Paradestraße vom Marsfeld zur Luitpoldarena ist auf die Kaiserburg ausgerichtet und reklamiert die Tradition des mittelalterlichen Deutschen Kaiserreichs für den Nationalsozialismus. Die Baumaßnahmen wurden zu Beginn des Zweiten Weltkriegs eingestellt, die Planungen jedoch bis zum Ende des Regimes weitergeführt. Die Architektur sollte die Parteitagsregie, die ganz auf den Führer zugeschnitten war, unterstreichen und die Volksgemeinschaft symbolisch der Führerautorität unterwerfen. d) Ablauf der ReichsparteitageDer alljährlich in Nürnberg stattfindende Reichsparteitag war eine Massenveranstaltung von gewaltigem Ausmaß. Über 1 Mio. Menschen "pilgerten" jährlich in die "deutscheste Stadt Deutschlands". Jeder der acht "Feiertage" hatte ein Motto: 1. Tag der Begrüßung
2. Tag der Kongresseröffnung
3. Tag des Reichsarbeitsdienstes
4. Tag der Gemeinschaft
5. Tag der Politischen Leiter
6. Tag der Hitler-Jugend
7. Tag der SA und SS
8. Tag der Wehrmacht
Die Parteitage waren ein Erlebnis für die ganze Familie, vergleichbar mit einem Volksfest heute. Die unterschwellige Gewalt bemerkten die meisten Leute nicht. Die Organisation wurde von der Leitung der NSDAP auf die städtischen Organe verteilt, jedoch traten auch erhebliche Mängel auf. Vor allem die Beseitigung von Unrat am Ende der Veranstaltung ließ zu wünschen übrig. Finanziert wurden die Reichsparteitage durch einen Sonderbeitrag der Partei und Eintrittsgelder. e) Urteil des Auslandes1. Sowjetunion:
2. USA:
3. Österreich:
4. Großbritannien:
5. Frankreich:
f) Vernichtungskrieg gegen die SowjetunionHinter der deutschen Front rückten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes, mit der Aufgabe die bereits besetzten Gebiete zu sichern, vor. Jedoch verstand man unter Sicherung die Ermordung von politischen Gegnern (KPdSU) und "reichsfeindlichen" Personen (ab 1941 auch alle Juden und Sinti & Roma). Den Einsatzgruppen fielen mindestens 500 000 Menschen zum Opfer. Genauer Bericht (eines Oberleutnants) über eine Massenerschießung: "Gefangene (Juden) eines Konzentrationslagers sollten erschossen werden. Da dies unter strenger Geheimhaltung geschehen musste, ergaben sich die ersten Probleme: Die Fahrer des Transportlasters waren Zivilisten und der Anhänger war nicht abgedeckt, so dass es beinahe unmöglich war, die Aktion geheim zu halten. Die letzten zwei km bis zur Exekutionsstätte mussten die Gefangenen zu Fuß zurücklegen. Die Bedingungen des Erschießungsprozesses waren jedoch "besser": Der Platz lag abseits, eine Flucht war nicht möglich (Fluss) , Sandboden (erleichtert das Ausschaufeln von Gräbern) Die Ermordung verlief erfreulich schnell (100Mann/40min), da die Juden still hielten und ihrem Tod gefasst ins Auge sahen, wohingegen die Zigeuner meist stark emotional reagierten. Der erste Tag verlief plangemäß, doch im weiteren Verlauf litten die Soldaten unter starken psychischen Problemen ..." II. DIE PROJEKTE1 Jugend im Nationalsozialismusa) ErziehungszieleAls Hauptaussage kristallisierte sich schon zu Beginn heraus, dass die Welt des Mannes der Staat ist. Die Welt der Frau hingegen wurde vom Mann bestimmt. So war auch die Erziehung des Mannes, im Unterschied zur der Erziehung der Frau, ganz auf dieses Ziel ausgerichtet, und es wurde versucht alle Schwächen von vorne herein "wegzuhämmern". Der Mann sollte kämpfen wie ein Raubtier, Schmerzen ertragen können sowie Gewalttätigkeit und Kraft ausstrahlen. Um zu einem diesem Bild entsprechenden Ergebnis zu gelangen, bediente man sich verschiedener Erziehungsvorstellungen. So wurde die intellektuelle Erziehung komplett vernachlässigt, da durch diese die Jugend verdorben würde. Der Schwerpunkt der Erziehung wurde somit auf die Leibeserziehung, Gehorsamkeit, Einordnung, ritterliches Verhalten, Kameradschaft und Mannschaftsgeist gelegt und somit auch ein Bild der Ästhetik geprägt. Diese Erziehung und Ausbildung beeinflusste auch die Freizeitbeschäftigung, die sich für Jungen hauptsächlich in der HJ (Hitlerjugend) abspielte. Zusammenfassend kann man sagen, dass die gesamte Erziehung des Mannes darauf abzielt, folgsame, gehorsame, sich unterordnende junge Männer heranzubilden, die willenlos ihrem Führer unterwürfig waren und ihm sogar bis in den Krieg folgten. Und das alles, ohne Fragen nach Sinn und Zweck des Krieges zu stellen. Der Frau wurde von Beginn an ganz die Rolle der Hausfrau und Mutter zugeschrieben und sie diente vorwiegend zur "Vermehrung" des Volkes und damit zur Weitergabe des "deutschen Blutes" an ihre Nachkommen. Sie war Trägerin und Hüterin der Weltanschauung und Vermittlerin der Erziehung. Zu Ende des Krieges hatten Frauen vermehrt in der Rüstungsindustrie die Männer zu ersetzen, sowie als Krankenschwestern oder Bäuerinnen zu arbeiten. b) Alltag in der Hitlerjugend (HJ)Eine weitere Gruppe befasste sich mit der Hitlerjugend (1933-1945), die ab 1936 Pflicht für alle männlichen Jugendlichen war. Die deutsche Jugend galt als wertvollstes Gut der Nation und "gehörte" dem Führer. Für die Jugend galt Hitler als großes Vorbild und sie mussten sich ihm unterordnen. Diese Jungen sollten die "Offiziere von morgen" werden, weswegen auch die militärische Ausbildung schon im Alter von nur 14 Jahren begann. Die Erziehung war nationalsozialistisch ausgerichtet; Stolz auf das Vaterland Deutschland, strengster Gehorsam und Disziplin hatten Priorität. Auf den Propagandaplakaten wurden ausschließlich "arische" (d.h. blonde Haare, blaue Augen) Jungs gezeigt, die einen sportlichen, stolzen und zielstrebigen Eindruck machten. Außerdem war ihre Frisur nahezu identisch mit der Hitlers. Weitere Merkmale der Jungs, die auf diesen Plakaten gezeigt werden, sind: ein stolzer Blick, erhobene Häupter und ein allseits fröhlicher Eindruck. Sie trugen Uniformen, die aus einem weißen Hemd, dunkler kurzer Hose, Halstuch, Gürtel, Kniestrümpfen, speziellen Mützen und diversen Orden und Abzeichen zusammengesetzt war. Zu den Aufgaben der HJ gehörten: Kleider für bedürftige Volksgenossen sammeln; Spendensammlungen; Sammeln von Maikäfern und anderen Schädlingen im Wald, um ein Übergreifen dieser Parasiten auf die Ernteflächen zu verhindern; militärische Ausbildung; Aufmärsche mit Fahnen, Uniformen etc., um Patriotismus zu demonstrieren. Zitate aus einer Rede Adolf Hitlers 1934 auf dem Reichsparteitag in Nürnberg: "Wir wollen ein Volk sein und ihr, meine Jugend, sollt dieses Volk nun werden." "Wir wollen einst ein Reich sehen, und ihr müsst euch dafür schon erziehen in einer Organisation." "Wir wollen, dass dieses Volk einst gehorsam ist und ihr müsst euch in Gehorsam üben." "...euer Jugendstolz zum Stolz der Nation wird." "Vor uns liegt Deutschland, in uns marschiert Deutschland und hinter uns kommt Deutschland!" Fazit aus dieser Rede: Die Hitlerjugend soll Zukunft Deutschlands sein und Hitlers Ideologie und Anschauungen weiterführen und verwirklichen. c) BDM - Bund Deutscher MädelDarunter verstand man die organisatorische Erfassung der weiblichen Jugendlichen im Nationalsozialismus. Diese wurden durch die politische Ideologie der NS-Zeit geprägt. Das Aussehen der Mädchen richtete sich nach einem ganz bestimmten Idealtypus. Sie waren alle Arierinnen. Auffällig waren die züchtige Frisur mit langen, geflochtenen blonden Zöpfen und das aus der Stirn gekämmte Haar. Die Kleidung bestand aus weißen Blusen und schwarzen Röcken, also einer schlichten Uniform. Das gesamte Erscheinungsbild war bieder, stolz und anmutig; sie trugen auch keine Schminke. Ein Propagandaplakat mit dem Titel "Jugend dient dem Führer" zeigt ein glückliches, lächelndes Mädchen mit einem bewundernden Blick. Die weiblichen Jugendlichen wurden auf ihre Rolle als Mutter und Hausfrau vorbereitet. Die schulische Bildung betonte vor allem Rassenkunde und Bevölkerungspolitik. An Heimabenden wurden selbstständig nationalsozialistische Texte erarbeitet. Es fanden auch acht- bis zehntägige Freizeitlager statt. Man nutzte diese zur Erziehung zur Gemeinschaft und Selbstständigkeit. Große Bedeutung kamen auch der Gymnastik und dem Sport zu. Hier wurde das Idealbild des deutschen Mädels vermittelt. Besonderer Wert wurde auf die Gesundheit gelegt. So galten Rauchen und Alkoholkonsum als schädlich für das Gesamtvolk. d) Jugend im KriegDer Beginn der propagandistischen Beeinflussung fand schon in frühester Kindheit statt, z.B. durch Kinderbücher, Lesebücher in der Schule, Rechenaufgaben u.v.m., da ein beträchtlicher Teil der Lehrerschaft in der NSDAP Mitglied war. Die Propaganda begleitete sie bis zum Eintritt in die HJ oder ähnliche Gruppierungen. In der HJ wurde der älteste Jahrgang (18 Jahre) durch 3-wöchige Lehrgänge mit diversen Übungen auf ihren späteren Militäreinsatz vorbereitet. 1944 wurden auch erst 8-9jährige trainiert, die dann 1945 an die Front geschickt wurden. Jedoch wurden die Jugendlichen auch an der "Heimatfront" eingesetzt, z.B. für Lösch-, Bergungs- und Meldedienste. Die Mädel dagegen fanden Verwendung im Gesundheitsdienst, in der Familienbetreuung, im Bahnhofsdienst, in den Hilfsstellen der NSV und in den Sammelstellen für kriegsrelevante Materialien, wie z.B. Blech, Schuhe etc.. Gegen Ende des Krieges bildete sich unter den Jugendlichen, meist durch die Initiative von älteren Fanatikern, Sabotage- und Terrororganisationen, wie z.B. der "Werwolf". Diese waren verantwortlich für zahlreiche Anschläge auf alliierte Einrichtungen, selbst nach Ende des Krieges. Abschließend ist zu sagen, dass die wahren Verlierer des Krieges die Kinder sind, da ihnen Schreckliches widerfuhr und ihnen ihre Jugend geraubt wurde. e) KinderlandverschickungDie Kinderlandverschickung hatte den Zweck, die Kinder vor den Bomben der Luftangriffe zu schützen. Weitere Gründe waren die aus den Angriffen resultierende Wohnungsnot und die fehlende Schulbildung in den zerstörten Städten. Die Kinder wurden deshalb aufs Land, wo ein Bombenangriff unwahrscheinlicher und Schutz geboten war, gebracht. Die Qualität der Unterkünfte erwies sich als sehr unterschiedlich und erstreckte sich von einfachen Lagern bis hin zu hotelähnlichen Gebäuden, wobei Unterschiede vorwiegend in den sanitären Anlagen zu finden waren. Der gesamte Tagesablauf der Kinder war akkurat geplant, sogar für Freizeitbeschäftigungen oder das Schreiben von Briefen an die Eltern gab es festgesetzte Zeiten, die es einzuhalten galt. Des weiteren hatten sie verschiedene "Dienste" zu verrichten, wozu neben Bettenbauen, Stube säubern und Kartoffelkäfersammeln und Näharbeiten auch Freizeitbeschäftigungen wie Sport oder Handarbeiten zählten. Viele beschreiben ihre Zeit in einem KLV Lager als die schönste ihres Lebens, doch gerade Jüngere vermissten ihre Eltern durchaus, vor allem an Feiertagen wie Weihnachten. 2 Rechtsradikalismus heutea) Antisemitismus
Eine wichtige Plattform des Antisemitismus ist das Internet. Web – Sites, die über ausländische Server betrieben werden, bieten die Möglichkeit zum Download von antisemitischen Liedern und Spielen. Außerdem werden in Diskussionsforen Demonstrationen und Aufmärsche rechtsradikaler Gruppen geplant. In diesen Gruppen ist auch die sog. Auschwitzlüge weit verbreitet. Tatsache ist, dass Auschwitz das größte national-sozialistische Konzentrationslager und Vernichtungslager war und dass die dort stattgefundene fabrikmäßige Tötung von Menschenmassen durch Giftgas weltweit einzigartig ist. Viele Deutsche streiten im Rahmen der Auschwitzlüge diese Tatsache ab, um den guten Ruf Deutschlands zu bewahren. Es gibt verschiedene Formen der Leugnung. Es wird z.B. argumentiert, dass kein schriftlicher Befehl Hitlers zur Vernichtung der Juden vorlag und deshalb die Vernichtung nicht stattfand. Das Leugnen der Judenverfolgung und -vernichtung ist seit 1979 strafbar. b) Junge NationaldemokratenDie NPD verfügt als einzige rechtextremistische Partei über eine zahlenmäßig relevante Jungendorganisation, die JN mit ca. 350 Mitgliedern.
Die Jungen Nationaldemokraten verstehen sich als „weltanschaulich geschlossene Jugendbewegung neuen Typs mit revolutionärer Ausrichtung und strenger innerorganisatorischer Disziplin“. Sie orientieren sich am Leitbild des politischen Soldaten, der von seinen Idealen geleitet wird, der unzweideutig handelt, wenn es gilt, den politischen Auftrag zu erkämpfen. Nach eigener Aussage orientiert sich ihr Menschenbild an nationalen Werten, wobei großer Wert auf die Verschiedenartigkeit der Menschen gelegt wird. Die Nation ist definiert als „das Volk, das sich einer Abstammung, Tradition und gemeinsamen Lebens- und Schicksalsgemeinschaft bewusst geworden ist und damit die höchste Form kollektiver Identität entwickelt hat“. Um das Kameradschaftsbewusstsein der Bewegung zu stärken, veranstalten die JN Zeltlager, Fahrten in deutsche Länder und ins europäische Ausland, Orientierungsmärsche und sportliche Aktivitäten sowie traditionelle Feiern und Gedenkveranstaltungen. Ein Aussteiger berichtet aus seinen Erfahrungen mit der JN: „Es hat noch Jahre gedauert, bis ich mir überhaupt ein Leben außerhalb der ‚Szene’ vorstellen konnte – war mir doch zumindest unbewusst klar, dass ein Ausstieg das Ende meines bisherigen Lebens, den völligen Verlust meines gesamten sozialen Umfeldes, nahezu aller persönlichen Kontakte und Freundschaften bedeuten würde“. c) SkinheadsWir befassen uns mit der These, dass "nicht jeder Skinhead ein Nazi ist". Entstanden ist die Skinheadbewegung Ende der 60er Jahre in GB als eine proletarisch anti-bürgerliche Protestbewegung. Ihren Ursprung hatten sie dort im Londoner East End. Man konnte sie an spezifischen äußeren Merkmalen erkennen: Glatze/ kurz geschorene Haare, Bomberjacken und Springerstiefel. Ende der 70er Jahre schwappte die Skinheadbewegung über den Kanal nach Deutschland. Allerdings muss man zwischen verschiedenen Skinheadrichtungen unterscheiden: 1. OI-Skins: eine weitgehend unpolitische Organisation, deren Hauptaktivitäten sich auf Alkoholkonsum, Fußball, Musikkonzerte, aggressives Verhalten und Männlichkeitsrituale beschränken. Erkennungsmerkmale: Glatze, keine besonderen Uniformen 2. S.H.A.R.P.-Skins: bedeutet so viel wie "Skinheads against racial prejudices". Sie nehmen sich ein Beispiel an den Skins der britischen Urbewegung mit ihren Idealen und ihrem ursprünglichen Gedankengut. Merkmale: Springerstiefel mit bunten Schnürsenkeln, S.H.A.R.P. - Aufnäher und Buttons 3. Fascho-Skins: die zahlenmäßig stärkste Gruppe. Ihre Ideologie ist antisemitisch, neonazistisch und autoritär. Sie verfügen nicht über ein geschlossenes politisches Weltbild und zeigen sich als potentiell gewalttätig. Innerhalb der Organisation spalteten sich verschiedene Untergruppen ab, wie z.B. die "White-Power-Skins" oder die "Blood & Honour", die sich ebenfalls untereinander bekriegen. d) Rechtsextreme MusikszeneDie durchaus bemerkenswerte Anzahl der Anhänger rechtsextremistischer Musikgruppen untermauert die Existenz der ca. 100 Faschobands. Die Art der Musik, die ihren Anfang in den Wurzeln des Ska in Jamaika nimmt, reicht von einfachen, schnellen und melancholischen Rhythmen der Gruftie- Musik bis zu Techno und klassischer Gitarrenmusik, welche das wahrscheinlich größte Segment darstellt. Zu den zentralen Themen derartiger Musikrichtung zählen v.a. Rassismus, Antisemitismus und Nationalsozialismus. Aufgrund der Illegalität wird diese Musik zur inhaltlichen Übermittlung entweder von Hand zu Hand weitergereicht oder aus dem Internet heruntergeladen. IMPRESSUMDieser Bericht wurde 2003 erstellt von Schülern der K12 am |