Die Streicherklasse am Gymnasium Dinkelsbühl
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Wer Musik verstehen will, muss sie zuerst selber machen.

Leonard Bernstein


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  • Sir Simon Rattle, Dirigent der Berliner Philharmoniker: „Wenn wir in der Schule Fußballspielen lernen sollten, bekamen wir einen Ball. Und ich hatte einen sehr schrecklichen Kunstlehrer, aber wir konnten malen und zeichnen. Nur in Musik hieß es `setzt Euch und hört zu.´ Ich fand immer schon, dass da irgendwas falsch läuft.“

  • Die Streicherklasse ist laut einer Berliner Studie ein ideales Konzept zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler, zur Verbesserung sozialer Kompetenzen, zur Steigerung der Lern- und Leistungsmotivation, zur Verbesserung der emotionalen Integration, zur Förderung von musikalischen aber auch anderen schulischen Leistungen und sowie grundsätzlich zur Förderung der Kreativität. (Studie des Musikpädagogen Hans Günther Bastian, Berlin 2000)

  • Lars Vogt, einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Pianisten: In einem Brief betont Lars Vogt die Bedeutung von Sport, Musik und Kunst für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern:

Brief vom Dezember 2001 zur Unterstützung der Aktion “1000 Briefe gegen Haß und Gewalt”:

„...Ich denke, gerade durch Aktivitäten wie Sport, Musik und Kunst können Kinder und Jugendliche positives Selbstwertgefühl aufbauen und lernen, ihre Empfindungen und auch Aggressionen (die ja auch zum Menschsein dazugehören) in produktive und kreative, nicht aber in destruktive Bahnen zu leiten. Als Sportler und Künstler sollten wir uns als gemeinsame "Front" für sinnerfülltes Leben sehen; denn bei einem solchen Leben fällt der mögliche Antrieb für Hass und Intoleranz von ganz alleine weg. Es ist schließlich ausreichend bewiesen worden, dass ein unzureichendes positives Selbstwertgefühl erste Voraussetzung dafür ist, dass man bei anderen Menschen auch jede Art positiven Fühlens und Denkens zerstören will. Vor diesem Hintergrund ist gerade auch die Politik gefordert, alle Jugendaktivitäten wie Musikschulen und Sportvereine viel stärker zu fördern als bisher (bei Musikschulen beispielsweise sind skandalöser weise schon seit einiger Zeit nur Kürzungen an der Tagesordnung!). Diesen Bereich wirklich wichtig zu nehmen, und dies nicht nur in Sonntagsreden zu sagen, ist und bleibt die beste Kriminalitätsprävention, die vorstellbar ist!

Außerdem ist die Einsicht wichtig, - ganz unabhängig von solchem Zweckdenken - dass zum Menschsein mehr gehört als das "Funktionieren" in einem immer schwieriger werdenden Arbeitsmarkt. Natürlich müssen Kinder darauf vorbereitet werden, genauso müssen sie aber auch auf "das Leben" vorbereitet werden, sich selbst und ihre Kreativität kennen lernen, und Möglichkeiten mit auf den Weg bekommen, eigene Emotionen zu erforschen und auszuleben, ohne dabei andere in ihrer Freiheit einzuschränken. Dies ist der beste Weg, um mündige Staatsbürger zu bekommen, die sich auch für das Miteinander der Menschen einsetzen werden ...“

Lars Vogt hat im Jahr 2005 eine Initiative ins Leben gerufen, mit der er und zahlreiche weltweit renommierte Musikerinnen in Schulklassen gehen, um sich und ihr Instrument den Kindern dort vorzustellen, wo ihre alltägliche vertraute Umgebung ist – direkt und hautnah. Er erklärt die Idee von „Rhapsody in School“: „Klassische Musik gehört immer weniger zu den Dingen, die ein Kind in seiner Familie ganz selbstverständlich mitbekommt. Sie hat nur eine Chance, akzeptiert oder im Idealfalle geliebt zu werden, wenn Kinder damit irgendwann, am besten aktiv, in Kontakt waren, und selbst erlebt haben, was Musik bewirken kann: Die Möglichkeit, die ganze Varianz menschlicher Empfindungen zum Ausdruck zu bringen, alles was uns als Menschen ausmacht.“

Dies war der Grundgedanke vom Star-Pianisten Lars Vogt, der vor fast drei Jahren die Initiative ergriff und ein Projekt ins Leben rief, das ihn und seine Musiker-Kollegen (ehrenamtlich) bundesweit in die Schulen führt, denn er hat richtig bemerkt, „dass in den Schulen der emotionale Erstkontakt mit Musik hergestellt werden muss, da dies von Familien und der Praxis der Hausmusik immer weniger erwartet werden kann. In einer idealen Welt gäbe es eine Verbindung zwischen Musik und allgemein bildenden Schulen, und jeder Schüler würde in seinem Leben einmal ein Instrument erlernen. Der Funke muss einmal übergesprungen sein, das eröffnet alle Möglichkeiten des Hörens und Erlernens von Musik für die Zukunft. Die Erfahrung zeigt, dass die Chance dafür besonders groß ist, wenn es Schlüsselerlebnisse gibt wie z.B. Konzerterlebnisse oder Kontakte mit Künstlern, die ihre Begeisterung für das, was sie tun, vermitteln können. Um der Musik eine Überlebenschance in zukünftige Generationen zu geben, müssen wir, wie Simon Rattle es formuliert hat, „um jede Seele mit geradezu missionarischem Eifer kämpfen“. Wir Künstler müssen noch mehr als bisher aus unserem Elfenbeinturm herauskommen und versuchen, den Kontakt der Kinder zu unserer Kunst direkt herzustellen“.

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